Wir kennen das alle. Gerade zu Jahresbeginn setzen wir uns Jahresziele, gehen diese übermotiviert an und sind in den ersten Wochen auch total auf Kurs. Doch dann kommen erste Einbrüche. Besonders deutlich wird es bei Sportvorhaben. Ab 1.1. herrscht in den Fitnessstudios Hochkonjunktur. Ein paar Wochen später meist wieder gähnende Leere. Genauso ist es aber auch mit beruflichen Zielen oder neuen Routinen, die wir etablieren wollen. Zu Beginn starten wir gewissenhaft, doch gerade, wenn es ein wenig Anstrengung braucht (wie bei jedem guten Ziel), das Ziel zu erreichen, schwindet zwischendurch die Motivation. Der innere Schweinehund macht sich breit. 

Ich kenne das Problem selbst nur zu gut!

Ich habe mir dieses Jahr auch das ein oder andere Ziel gesetzt, wofür hin und wieder meine Motivation auch ordentlich gefragt ist: Mein 500-km-Laufziel und mein Ziel, regelmäßig Blogartikel zu schreiben und auf Social Media Content für meine Leser zu liefern. Beides macht mir viel Spaß, doch nicht immer habe ich Lust zu beidem.

Erst gestern war ich so müde, dass ich so überhaupt keine Lust hatte, meine Laufschuhe anzuziehen. Und ich weiß auch, dass es wieder Phasen in diesem Jahr gibt, in denen ich weniger Lust habe zu schreiben, auch wenn ich das gerne tue. 

Doch inzwischen kenne ich meinen inneren Schweinehund sehr gut. Ich habe ihm übrigens einen Namen gegeben: Fred. Warum? Weil ich mit einem Haustier, das einen Namen hat nunmal klarer kommunizieren kann. Was ich tue, um Fred auf meine Seite zu ziehen, verrate ich Dir hier:

Mach Dir zuerst bewusst, warum Dein innerer Schweinehund Dich blockiert

Möglicherweise macht es Sinn, einmal zu hinterfragen, WARUM Dich Dein innerer Schweinehund immer sabotiert. Denn vielleicht gibt es ja noch ganz andere Gründe, warum Du Dein Vorhaben nicht erfüllen willst oder kannst. Hast Du Dir einmal mein Video zum Thema „WARUM“ angeschaut? Wenn nicht, hol das einmal nach!

Wenn es aber tätsächlich einfach nur fehlende Disziplin, fehlendes Durchhaltevermögen und auch einfach mal Faulheit ist, die dein innerer Schweinehund so mächtig werden lassen, dann habe ich hier ein paar Tipps für Dich:

Mit diesen 5 Strategien kannst Du Dich überwinden und Deine Ziele erreichen

1. Setze Dir eine Belohnung

Diese Strategie funktioniert bei mir hervorragend. Natürlich bin auch ich nicht jeden Tag oder jede Woche so diszipliniert, dass ich all meine gesteckten Wochenziele erreiche. Hin und wieder kommt es vor, dass ich mir zum Beispiel vornehme, laufen zu gehen und dann mein innerer Schweinehund glaubhaft versichert, dass die Couch wesentlich gemütlicher ist, als bei nasskaltem Wetter im Wald herumzurennen. Genauso bin ich auch ein erfolgreicher Prokrastinierer, wenn es um meine Buchhaltung geht. Da fallen mir spontan drölfzig andere Aufgaben ein, die ausgerechnet jetzt wichtiger sind. Doch natürlich weiß ich, dass ich so nicht an meine Ziele komme. Daher setze ich mir eine Belohnung aus. Wenn ich mir zum Beispiel vornehme, bei miesem Wetter laufen zu gehen, dann belohne ich mich mit einer heißen Badewanne oder sogar mal einem Besuch in der Therme. Nach der Buchhaltung gönne ich mir dann vielleicht ein Glas Wein am Abend mit meinem Mann. Es ist so ein kleiner Ansporn für mich durchzuhalten. 

2. Schnüre Dir kleine Pakete

Wie isst man eine ganze Salami? Scheibe für Scheibe. Diese Salamitaktik solltest Du auch für die Tätigkeiten auf dem Weg zu Deinem Ziel beachten. Oft genug nehmen wir uns viel zu viel vor. Natürlich möchte ich jetzt am liebesten gleich 10 Blogartikel am Stück schreiben – doch das ist unrealistisch. Genauso unrealistisch ist es für mich, 20 km am Stück laufen zu gehen (auch wenn das bedeuten würde, dass ich gleich 2 Wochenziele mit einer Klappe schlagen würde). Doch wenn wir uns zu viel vornehmen, scheitern wir erst recht, weil wir auf dem Weg feststellen, dass wir das Ziel eh nicht erreichen. Also geben wir auf. Und um das zu vermeiden, ist es sinnvoller, sich kleine Pakete zu schnüren. Ich nehme mir also jetzt vor, diesen einen Blogartikel fertigzustellen und morgen einen zweiten zu schreiben. Anschließend möchte ich mich der Buchhaltung von Dezember widmen. Morgen laufe ich 5 Kilometer und dann in 3 Tagen noch einmal 5. Das sind alles machbare Pakete, die leicht abzuarbeiten sind. 

3. Setze Dir eine zeitliche Frist

Setze Dir für die Bearbeitung von unliebsamen Aufgaben ein zeitliches Limit. Beispiel: Ich habe einen Stapel an Fachzeitschriften, die ich gerne lesen und nach interessanten Artikeln durcharbeiten möchte. Tatsächlich ist das für mich aber eine lästige Aufgabe, weil mich der Zeitungsstapel eher demotiviert als motiviert. Leider habe ich mir in der Vergangenheit zu wenig Zeit zum Lesen gegönnt (was sich in diesem Jahr ändern soll, steht auch auf meinem Visionboard). Ich könnte mir also vornehmen, jede Woche eine Fachzeitschrift zu lesen. Oder ich setze mir ein Zeitlimit. In meinem Fall macht das mehr Sinn, weil ich einige der Ausgaben in wenigen Minuten durchgeblättert habe und andere sehr intensiv lese. Dafür stelle ich mir einfach einen Wecker: 30 Minuten reserviere ich mir jeden Bürotag dafür. Sobald die Zeit abgelaufen ist, höre ich auf. 

Diese Technik – auch Pomodorotechnik genannt – eignet sich hervorragend auch für andere Aufgaben. Wenn ich zum Beispiel mal wieder kaum Lust auf Sport habe, nehme ich mir vor, wenigstens 30 Minuten zu laufen, ungeachtet dessen, wie viele Kilometer ich bis dahin absolviert habe. 30 Minuten ist für mich auch bei anderen unliebsamen Aufgaben eine überschaubare Zeit, die ich durchhalte. Außerdem weiß ich, dass ich nach den 30 Minuten wieder „erlöst“ bin. Aber ich bin meinem Ziel wieder 30 Minuten lang näher gekommen

4. Erzähle anderen von Deinen Zielen

Ein sehr wirksamer Geheimtipp: Gehe offen mit Deinen Zielen und Vorhaben um. Suche Dir Mitwisser, Sparringspartner oder erzähle einfach anderen, was Du erreichen möchtest. So entsteht ein gewisser Druck von Außen, der Dich motiviert, auch dran zu bleiben. Wer möchte sich schon die Blöße geben, zu berichten, dass man wieder faul auf der Couch gesessen ist, anstatt etwas für seinen Erfolg zu tun? 

Ich habe viele Mitwisser bei meinen Zielen. Mein persönliches Laufziel habe ich ja bereits in meinem Blogartikel veröffentlicht. Immer wieder werde ich auch zwischendurch gefragt, ob ich denn durchhalte. Und natürlich motiviert mich das, auch wirklich durchzuhalten, denn es wäre mir schon sehr unangenehm, wenn ich immer von Zielerreichungen schreibe und rede und es selbst nicht schaffe. Bei einigen meiner beruflichen Ziele ist mein Mann mein Mitwisser. Und der kann ganz schön nervig sein mit seiner Fragerei „Hast Du es schon gemacht?“ Auch bei ihm fühle ich mich schlecht, wenn ich nach der dritten Frage wieder mit einem „Nein“ antworten muss. Sucht Euch also auch jemanden, der Euch von Außen motiviert. Erzählt Eurem Partner/Eurer Freundin/Arbeitskollegen/Mastermind-Partner von Euren Zielen und bittet sie/ihn Euch gelegentlich daran zu erinnern. Ihr werdet sehen, das ist sehr wirksam!

5. Feiere Deine Erfolge

Ganz wichtig zum Schluss: Mach Dir immer wieder bewusst, was Du schon erreicht hast. Wenn Du Dir Jahresziele setzt, breche sie herunter auf Wochen- oder Monatsziele. Sobald Du sie erreicht hast, feiere diese Teilziele auch! Ich habe Ende Januar mein erstes Teilziel in Bezug auf das Laufen erreicht: Ich habe mein gesetztes Monatsziel von 42km (also einer Marathondistanz) erreicht und bin unglaublich stolz darauf. Klopfe Dir hin und wieder auf die Schulter und lobe Dich. Wenn Du dann die nächste Aufgabe angehen musst, erinnerst Du Dich daran, wie es sich fühlt, ein Ziel bereits erreicht zu haben. Das motiviert zusätzlich.

Ich hoffe, Dein innerer Schweinehund ist nun etwas mobiler und gesprächsbereiter geworden. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du ihn in Zukunft öfters einmal überlisten kannst und Deine gesteckten Ziele erreichst. 

Schreib mir gerne in den Kommentaren oder auch auf Facebook/Instagram, ob diese Strategien bei Dir wirken!

Dunja Schenk hat 4,90 von 5 Sternen | 81 Bewertungen auf ProvenExpert.com