2. Januar, 16:30 Uhr, ein Fitnessstudio irgendwo in München: Höchst motivierte Menschen stehen Schlange vor den Cardiogeräten, weitere 18 Personen zwängen sich in den Gruppenraum, in dem um 17 Uhr der erste Zumba-Kurs des Jahres startet. Weitere 5 Eigentlich-Sportmuffel unterschreiben überschwänglich einen 2-Jahresvertrag an der Rezeption. Die Spinde in der Umkleide sind alle belegt, 7 Damen quasseln triumphierend in der Dusche über Ihre Leistung auf dem Laufband.

13. Februar, der gleiche Wochentag, die selbe Uhrzeit, wieder im Fitnessstudio: Gähnende Leere auf den Cardiogeräten. Lediglich 3 Stammgäste schwitzen unauffällig in Reihe 2. Der Zumba-Kurs fällt mangels Teilnehmer aus. In der Umkleide befindet sich eine Sportlerin beim Duschen. 

Diese (vielleicht ein klein wenig überspitzte) Szenen spielen sich jedes Jahr in ungefähr jedem Fitnessstudio Deutschlands ab. Gute Vorsätze werden zu Beginn des Jahres gesetzt, die ein paar Wochen später schon wieder Geschichte sind. Das einzige was bleibt, ist der 2-Jahresvertrag im Fit Club. Nun gut, irgendeine gemeinnützige Spende sollte man ja ohnehin tun.

Warum scheitern so viele Vorsätze?

1. Es ist beim Vorsatz geblieben

Ein guter Vorsatz ist oft ein Wunsch, der nicht konkret genug formuliert wurde. „Ich will abnehmen.“ oder „Ich will mehr Sport machen.“ sind zwei der größten Klassiker in Sachen Vorsätze. Wenn Du also vermeiden willst, dass Du Deinen 2-Jahresvertrag im Fit Club nur zahlst aber nicht nutzt, solltest Du ein klares Ziel formulieren. Wie das geht, siehst Du hier.

2. Das Ziel war zu hoch gesteckt

Wenn ich damals zu meinen Fitnessstudio-Zeiten bei den Erstgesprächen mal gelauscht hatte, dann musste ich oft schmunzeln. Nämlich dann, wenn der offensichtliche Couch-Potatoe angibt, ab sofort 4 Mal die Woche trainieren zu wollen. Das mag ja motiviert klingen, doch wie realistisch ist es, von jetzt auf gleich von einem Sportmuffel zum Supersportler zu mutieren? Hier ist das Scheitern vorprogrammiert. Wer sich zu viel vornimmt und es dann nicht einhalten kann, verliert die Motivation. Und dann fallen schnell Sätze wie: „Jetzt kann ich es auch ganz sein lassen.“

3. Die Warum-Frage ist nicht geklärt

Hast Du Dich einmal gefragt, warum Du Dein Ziel erreichen möchtest? Auf Youtube habe ich genau hierüber kürzlich ein Video veröffentlicht, das findest Du hier. Dabei geht es darum, dass es wichtig ist, dass Du hinterfragst, warum Du dieses Ziel erreichen möchtest. Willst Du nur abnehmen, um anderen zu gefallen, ist das möglicherweise die falsche Motivation. Willst Du abnehmen, um schlanker zu sein – Du findest Dich aber eigentlich ganz ok, dann ist die Schmerzgrenze nicht hoch genug, um Dich zu motivieren. Ein starkes Warum hilft Dir in Deiner Zielerreichung, weil dann Dein Wille größer ist als Dein innerer Schweinehund.

4. Fehlende Disziplin

Ein großes Manko bei vielen Vorhaben ist das mangelnde Durchhaltevermögen. Anders gesagt: Der innere Schweinehund ist stärker. Hier helfen Strategien, um ihn zu überlisten. Setz Dir zum Beispiel Belohnungen aus oder überlege Dir, welche Alternativen du hast, um an Dein Ziel zu kommen. Möchtest Du heute nicht in den Zumba-Kurs? Dann hast Du vielleicht mehr Lust, eine Runde schwimmen zu gehen. 

5. Keine Regelmäßigkeit

Es gibt viele Untersuchungen, die belegen, dass eine Handlung, die ständig Wiederholt wird, erst nach 66 Tagen zur Routine wird. Wer also regelmäßig Sport machen will, sollte mindestens 66 Tage dieser Regelmäßigkeit nachgehen. Diese erste Zeit ist zwar die schwerste, aber wer hier dran bleibt, hat große Chancen, anschließend ohne großartige Mühen weitermachen zu können.

Was heißt das für Dich und Deine Vorsätze?

  • Formuliere konkrete Ziele!
  • Die Ziele sollten realistisch und nicht zu hoch gegriffen sein.
  • Kläre das Warum hinter Deinem Ziel
  • Überlege Dir jetzt schon Strategien, wie Du Deinen inneren Schweinehund überlisten kannst
  • Kämpfe Dich mindestens 66 Tage durch die neue Gewohnheit.

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Dunja Schenk hat 4,90 von 5 Sternen | 83 Bewertungen auf ProvenExpert.com